Maren Stoffels: Escape Room, es gibt kein Entkommen

Bewertung: 4 von 5.

Alissa, Mina und Sky beschließen, in einen Escape room zu gehen. Da sie jedoch eine Vierergruppe bilden müssen, fragt Alissa Milas, den attraktiven Pizzaboten, welcher sofort zusagt mit der Bedingung, Alissa vorher besser kennenzulernen. Bei einem selbstgekochten Abendessen verlieben sich die beiden doch glatt Hals über Kopf ineinander. Doch warum warnt Mina Alissa vor Milas?

An besagtem Abend werden ihnen die Regeln des Escape Rooms erklärt. Sie werden in einen Raum eingeschlossen und haben eine Stunde Zeit, um Rätsel zu knacken, um aus dem Raum zu entkommen. Mina scheint wie gemacht für diese Rätsel zu sein und als Team arbeiten sie super zusammen. Bis Sky von Cleo, der Mitarbeiterin des Raumes, die Finger in einer Falltür gequetscht werden. Da merken die Jugendlichen, dass ihnen Gefahr droht. Ihr Ziel ist es nun nicht mehr, die Rätsel des Raumes zu knacken, sondern zu ergründen, wer Cleo ist und was sie gegen die Vier hat. Zudem scheint ihr Ziel zu sein, Zwietracht unter den Kinder zu streuen. Aus einem Spiel wird schnell tödliche Realität.

Die Kapitel wurden aus den unterschiedlichen Sichten erzählt, um Erfahrungen mit Gefühlen zu verdeutlichen. Nicht jede Aussage scheint relevant oder verständlich, jedoch wird alles am Ende aufgeklärt. In dicken, kursiven Lettern erfährt man immer wieder kurz die gedanken einer Fremden Person, welche böse Absichten hegt.

Es geht in diesem Thriller auch viel um den Zusammenhalt der Gruppe. Die einst feste Freundesgruppe wird schon durch die Anwesenheit eines Neuen, von Milas, erschüttert. Durch das Aufdecken privater Geheimnisse, welche die Freunde verbergen, reißt Cleo die Gruppe auseinander, bis die Glaubwürdigkeit der Personen auf dem Spiel steht. Moralische Fragen werden gestellt. Wenn eine Person droht, würgt und lügt, kann man diese dann dem Sterben überlassen? Bewirkt egoistisches Verhalten immer nur schlimmes oder kann es vergeben werden, wenn man dazu steht?

Leider habe ich mich in der Länge des Buches getäuscht. In nicht mal einem Nachmittag war das Buch durch, was einerseits für die Spannung spricht, es an einem Stück lesen zu wollen, jedoch hat mich die Schriftgröße und das Seitenverhältnis geärgert. Eine außergewöhnliche große schrift, viele nur halb beschrifteten Seiten durch die vielen Sichtwechsel. Die kursiven Gedanken waren oft überflüssig und unverständlich, haben jedoch auch wieder Seiten gefüllt.

Insgesamt jedoch hat mir das Buch ganz gut gefallen. Man lernt das Leben um Mina, Sky, Alissa und Milas kennen, ohne mit den Informationen überfordert zu sein oder sich zu langweilen, während sie den Escape Room erleben. Die Geschichte beschränkt sich auf ihr mindestes, ohne viele ausführungen. Es gibt einen Plottwist am Ende, welcher sich langsam ankündigt.

Ich würde dieses Buch Jugendlichen zwischen 12-16 Jahren empfehlen. Die Gewaltdarstellungen halten sich in Grenzen, die Spannung und der Schreibstil fesseln an die Geschichte. Jedoch sollte man nicht, wie ich, vorher ein Fitzek buch gelesen haben und es damit vergleichen wollen. Doch wenn jemand den Escape Room gelesen hat und begeisterter Fan, am besten über 16 ist, kann sich gerne an Sebastian Fitzek, beispielsweise Passagier 23 trauen.

Johanna

cbt
272 Seiten
ISBN: 978-3-570-31456-2
10,00 €

%d Bloggern gefällt das: